Notgroschenrechner – Notfallrücklage berechnen (2026)

Kostenlos · 3–6 Monate Faustregel · Individuell anpassbar

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Meinen Notgroschen berechnen

Your Risk Profile

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Recommended Fund

$27,000

6 months × $4,500/mo

Current Progress

11.1%

$3,000 saved

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$24,000

remaining to save

Months to Goal

71 mo

+$3,966 interest earned

Current: $3,000Target: $27,000

Interest Earned After 1 Year at Various APY Rates

APYBalance After 1 YearInterest Earned
0.5%$6,623+$23
1%$6,647+$47
2%$6,694+$94
4%$6,789+$189
5%$6,837+$237

APY rates shown for comparison; actual HYSA rates change frequently. Check current rates at FDIC-insured institutions. Emergency funds should be held in FDIC/NCUA-insured liquid accounts, not invested in equities.

Warum ein Notgroschen unverzichtbar ist

Ein Notgroschen ist die finanzielle Sicherheitsnetz für unvorhergesehene Ausgaben. Ohne ihn führt jeder finanzielle Schock – Autoreparatur, Jobverlust, Zahnarztkosten – direkt in Schulden oder den teuren Dispokredit. Der Notgroschen ist die Grundlage jeder soliden Finanzplanung, bevor Investitionen sinnvoll sind.

Wie viel Notgroschen brauche ich?

LebenssituationEmpfohlene Rücklage
Angestellte/r, sicherer Arbeitsplatz, Doppelverdiener3 Monate
Angestellte/r, ein Gehalt, Mieter3–4 Monate
Angestellte/r, Eigenheim (Reparaturrisiko)4–6 Monate
Alleinverdiener mit Familie5–6 Monate
Freiberufler/Selbstständige/r (unregelmäßiges Einkommen)6–12 Monate
Unternehmer/in (hohes Einkommensrisiko)12 Monate+

Wo den Notgroschen aufbewahren?

Tagesgeldkonto

Empfohlen

Sofort verfügbar, FDIC-ähnliche Einlagensicherung (100k EUR/Bank), Zinsen 2–4% p.a. (2024). Separat vom Girokonto halten.

Bargeld zuhause

Nicht empfohlen

Kein Zinsertragseffekt, Diebstahlrisiko, nicht durch Einlagensicherung geschützt. Nur kleiner Betrag sinnvoll.

Aktien/ETFs

Falsch

Zu volatil: im Marktcrash genau dann gefallen, wenn du das Geld brauchst. Kein Notgroschen-Ersatz.

Häufige Fragen zum Notgroschen

Wie viel Notgroschen brauche ich?

Faustregel: 3–6 Monate deiner Monatsausgaben. Angestellte in sicherer Anstellung: 3 Monate. Selbstständige/Freiberufler: 6–12 Monate. Bei 2.500 EUR/Monat Ausgaben: 7.500–15.000 EUR.

Wo soll ich den Notgroschen aufbewahren?

Tagesgeldkonto: sofort verfügbar, verzinst (2–4% p.a. 2024), bis 100.000 EUR einlagengesichert. Nicht in Aktien/ETFs (zu volatil) oder Bargeld (kein Zins). Separat vom Girokonto halten.

Schulden tilgen oder Notgroschen aufbauen?

Erst minimalen Notgroschen (1 Monatsausgabe ≈ 1.000–2.000 EUR), dann Hochzinsschulden tilgen, dann vollständigen Notgroschen aufbauen. Ohne Puffer gerätst du bei jedem Notfall wieder in Schulden.

Was sind häufige finanzielle Notfälle?

Autoreparartur (800–2.000 EUR), Haushaltsgeräte-Ausfall (300–1.000 EUR), Zahnarztkosten (500–3.000 EUR), Kurzfristige Arbeitslosigkeit (ALG I deckt 60–67% des Nettolohns), Hausreparaturen (1.000–10.000 EUR).

Notgroschen in Deutschland: Empfehlungen und Zahlen

Die Deutsche Bundesbank und verschiedene Verbraucherschutzorganisationen veröffentlichen regelmäßig Daten zum Sparverhalten privater Haushalte in Deutschland. Diese zeigen: Viele Deutsche haben keinen ausreichenden Notgroschen, obwohl die Sparquote im internationalen Vergleich hoch ist.

Laut Bundesbank-Statistik beträgt die private Sparquote in Deutschland ca. 11–13% des Bruttoeinkommens (2023/2024). Jedoch: Der Großteil dieser Ersparnisse fließt in Altersvorsorge und Immobilien – nicht in liquide Notfallrücklagen. Laut einer forsa-Umfrage (2023) haben ca. 28% der deutschen Haushalte weniger als einen Monatsgehalt als Rücklage. Das ist alarmierend, da finanzielle Schocks häufig und teuer sind.

Notgroschen-Berechnung: Deutsche Einkommensklassen (2024)

HaushaltstypØ Monat.Ausgaben3 Monate6 Monate
Single, Mieter, Angestellte/r1.800–2.200 EUR5.400–6.600 EUR10.800–13.200 EUR
Paar, Mieter, beide angestellt2.800–3.500 EUR8.400–10.500 EUR16.800–21.000 EUR
Familie (2 Kinder), Eigenheim3.800–5.000 EUR11.400–15.000 EUR22.800–30.000 EUR
Selbstständige/r, allein2.500–4.000 EUR7.500–12.000 EUR15.000–24.000 EUR (6–12 Mo.)

Quelle: Destatis – Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2023 · Richtwerte

Die 3–6-Monatsregel gilt als international anerkannter Standard (empfohlen u.a. von der Stiftung Warentest, Verbraucherzentrale und Deutsche Bundesbank). Für Selbstständige und Freiberufler empfehlen Finanzexperten 6–12 Monate, da ALG I für diese Gruppe nicht gilt und das Einkommen unregelmäßig ist. Gleiches gilt für Berufe mit hohem Kündigungsrisiko oder saisonaler Beschäftigung.

Notfall vs. Investition: Die Balance finden

Eine häufige Frage: Warum nicht den Notgroschen in ETFs investieren und im Notfall einfach verkaufen? Die Antwort liegt in der Grundnatur von Notfällen – sie passieren oft genau dann, wenn Märkte fallen.

Warum kein Notgroschen in Aktien/ETFs

Märkte fallen oft in Krisenzeiten – genau wenn Sie das Geld am dringendsten brauchen. 2008 Finanzkrise: MSCI World verlor -57%. 2020 Corona: -34% in 4 Wochen. Wer 2008 seinen 'Notgroschen-ETF' verkaufen musste, realisierte massive Verluste. Außerdem: ETF-Verkäufe dauern 1–3 Bankarbeitstage (Settlement T+2). Tagesgeld: sofort verfügbar. Aktien: Timing-Risiko und Verlustrisiko.

Opportunitätskosten verstehen

10.000 EUR Notgroschen auf Tagesgeld (3,5% p.a.) = 350 EUR/Jahr Zinsen. Dieselbe Summe im MSCI World: historisch ca. 700–1.000 EUR/Jahr. Opportunitätskosten des Notgroschens: ca. 350–650 EUR/Jahr. Das ist der 'Preis' der finanziellen Sicherheit – und er ist es wert. Ein Dispokredit bei Notfall (12% p.a.) kostet dagegen bei 5.000 EUR über 6 Monate ca. 300 EUR nur an Zinsen – mehr als ein Jahr Notgroschen-Zinsertrag.

Wann den Notgroschen erhöhen

Über 6 Monate hinaus sinnvoll bei: Selbstständige oder Freiberufler (unregelmäßiges Einkommen). Alleinverdiener in einer Familie (nur ein Gehalt als Sicherheit). Hausbesitzer (unvorhergesehene Reparaturen: Heizung bis 10.000 EUR, Dach bis 30.000 EUR). Personen mit chronischen Erkrankungen (erhöhte Gesundheitskosten). Menschen in Berufen mit hohem Arbeitslosigkeitsrisiko (Leiharbeit, Saisonbeschäftigung). Ältere Arbeitnehmer (ab 55+, Wiedereinstieg schwieriger).

Alles darüber hinaus: investieren

Sobald der Notgroschen aufgebaut ist: überschüssiges Kapital langfristig investieren. Reihenfolge empfohlen: (1) Notgroschen 3–6 Monate aufbauen, (2) Hochzinsschulden tilgen, (3) Betriebliche Altersvorsorge nutzen (wenn AG-Zuschuss), (4) Riester/Rürup prüfen (steuersparend), (5) ETF-Sparplan aufbauen. Zu viel Liquidität (> 12 Monate Ausgaben auf Tagesgeld) ist teuer: realer Kaufkraftverlust durch Inflation trotz positiver Nominalzinsen.

Tagesgeldkonten 2026: Wo den Notgroschen anlegen

Das Tagesgeldkonto ist die empfohlene Anlageform für den Notgroschen: sofort verfügbar, einlagengesichert und mit positivem Nominalzins. Nach den EZB-Zinserhöhungen 2022–2024 boten Direktbanken erstmals seit Jahren wieder attraktive Zinsen. Für 2026 gilt: Zinsen sind variabel und hängen vom EZB-Leitzins ab – bei sinkenden EZB-Zinsen können Tagesgeldkonditionen jederzeit gesenkt werden.

Ausgewählte Tagesgeld-Anbieter in Deutschland (Richtwerte Mai 2026)

AnbieterZinssatz (Richtwert)EinlagensicherungBesonderheit
ING (Direktbank)variabel, ca. 2,0–3,0%Deutsch (EdB) · 100.000 EURGroßes Filialnetz, kostenloses Girokonto
DKB (Deutsche Kreditbank)variabel, ca. 2,0–2,5%Deutsch (EdB) · 100.000 EURCashback-Kreditkarte, gutes App
Trade Republicvariabel, ca. 2,5–3,75%*Deutsch (EdB) · 100.000 EUR*Zinsen auf Cash-Saldo im Broker-Konto
Scalable Capital (FIRST)variabel, ca. 2,5–3,5%*Deutsch (EdB) · 100.000 EUR*Nur mit FIRST-Abo (4,99 EUR/Monat)
Consorsbankvariabel, ca. 2,0–3,0%Deutsch (EdB) · 100.000 EUROft Neukunden-Aktionen mit höherem Einsteigerzins
Renault Bank Direktvariabel, ca. 2,5–3,5%Frankreich (FGDR) · 100.000 EURKeine Girokonto-Verknüpfung nötig

Richtwerte Mai 2026 · Zinsen variabel und nicht garantiert · Einlagensicherung: alle EU-Länder gesetzlich 100.000 EUR pro Kunde und Bank (DGSD 2014/49/EU) · Kein Werbebeitrag

Einlagensicherung: Was Sie wissen müssen

Die EU-Einlagensicherungsrichtlinie (DGSD 2014/49/EU, in Deutschland: Einlagensicherungsgesetz) garantiert 100.000 EUR pro Kunde und pro Bank. Bei Ehepaaren: je 100.000 EUR pro Person = 200.000 EUR pro Bank. Zusätzlich gibt es in Deutschland freiwillige Einlagensicherungsfonds der Bankenverbände:

  • Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB): Schutz weit über 100.000 EUR
  • BVR-Sicherungseinrichtung: Für Volksbanken/Raiffeisenbanken – gilt als sehr sicher, kein festgelegtes Limit
  • Sparkassen-Finanzgruppe: Institutssicherung – kein Bankinstitut soll insolvent werden

Empfehlung für Notgroschen über 100.000 EUR: Auf zwei verschiedene Banken aufteilen. Ausländische EU-Banken: Einlagensicherung des jeweiligen EU-Landes (z.B. FGDR für Frankreich).

Häufige Fragen zum Notgroschen

Wie baue ich einen Notgroschen auf, wenn ich wenig Geld habe?

Der Aufbau eines Notgroschens gelingt auch mit kleinen Beträgen – entscheidend ist Regelmäßigkeit. Strategie: Dauerauftrag von 50–100 EUR/Monat auf ein separates Tagesgeldkonto einrichten (Datum: direkt nach Gehaltseingang). Mit 50 EUR/Monat in 20 Monaten 1.000 EUR, in 60 Monaten 3.000 EUR – ohne zusätzliche Anstrengung. Bonus-Strategie: Einmalige Beträge (Steuererstattung, Bonus, Weihnachtsgeld) direkt auf das Notgroschen-Konto. Das Prinzip 'Pay yourself first': Zuerst sparen, dann leben. Psychologischer Tipp: Das Konto mit einem festen Sparziel benennen (z.B. 'Sicherheitsnetz 6 Monate') erhöht die Disziplin.

Gilt der Notgroschen für Brutto- oder Nettoausgaben?

Der Notgroschen basiert auf Ihren tatsächlichen monatlichen Ausgaben – also Nettoausgaben (nicht Bruttoeinkommen). Berechnen Sie: Monatliche Fixkosten (Miete, Versicherungen, Abos, Lebensmittel, Fahrtkosten) + variable Ausgaben (Freizeit, Kleidung, Restaurant). Nicht vergessen: Jahresausgaben durch 12 teilen (KFZ-Steuer, Jahresversicherungen, Urlaubsrücklagen). Steuerzahlungen (Nachzahlungen Einkommensteuer bei Selbstständigen): separat einplanen, nicht als Notgroschen zählen. Ziel: Wie viele Monate könnte ich leben, wenn das Einkommen morgen wegfällt? Das ist der korrekte Notgroschen-Bedarf.

Sollte ich den Notgroschen in mehreren Konten aufteilen?

Für die meisten Deutschen (Notgroschen unter 100.000 EUR): Ein Tagesgeldkonto reicht. Bei Notgroschen über 100.000 EUR: Auf mindestens zwei verschiedene Banken aufteilen (Einlagensicherung: 100.000 EUR/Bank). Praktische Aufteilung: Kurzfristiger Puffer (1 Monatsausgaben) auf dem Girokonto oder separatem Tagesgeld mit sofortiger Verfügbarkeit. Mittelfristiger Puffer (2–5 Monate) auf besser verzi nstem Tagesgeldkonto. Saisonale Rücklagen (KFZ-Steuer, Urlaub) auf separatem Unterkonto. Wichtig: Psychologische Trennung – Notgroschen nicht mit dem Gehaltskonto vermischen, um Versuchung zur Ausgabe zu vermeiden.

Was ist ALG I und wie lange deckt es meinen Bedarf bei Jobverlust?

Arbeitslosengeld I (ALG I) ist eine Pflichtversicherungsleistung der Bundesagentur für Arbeit. Höhe: 60% des pauschalierten Netto-Entgelts (67% mit Kind). Beispiel: 3.000 EUR Netto → ALG I ca. 1.800 EUR/Monat. Dauer: abhängig von der Beitragszeit: 12 Monate (bei 24 Monaten Beitrag in 5 Jahren), bis max. 24 Monate (für Personen ab 58 Jahre mit langer Beitragszeit). Lücke: 40% des Nettolohns werden nicht gedeckt. Für 3.000 EUR Netto-Haushalt: ALG I deckt 1.800 EUR, Lücke 1.200 EUR/Monat. Dieser fehlende Betrag muss durch den Notgroschen gedeckt werden. Danach: ALG II / Bürgergeld als Auffangnetz.

Wie unterscheidet sich der Notgroschen von anderen Rücklagen?

Notgroschen vs. andere Rücklagen haben unterschiedliche Funktionen und sollten auf getrennten Konten geführt werden. Notgroschen (3–6 Monate Ausgaben): für echte Notfälle – Jobverlust, Krankenhaus, dringende Reparatur. Investitionsrücklage: für geplante größere Ausgaben (Auto, Urlaub, Renovierung). Investitionen (ETF, Aktien): für langfristigen Vermögensaufbau, nicht für Notfälle. Altersvorsorge: für Ruhestand, langfristig gebunden. Der Fehler: alle Rücklagen auf einem Konto – dann ist unklar, was wirklich für Notfälle zur Verfügung steht und was für andere Zwecke vorgesehen ist.

Welche Ausgaben zählen als finanzieller Notfall?

Echter Notfall: unvorhergesehen, unvermeidbar, unmittelbare Konsequenzen bei Nichthandeln. Zählt als Notfall: Jobverlust oder Kurzarbeit (Einkommensausfall). Medizinische Notfälle, Zahnarzt, nicht vollständig von GKV gedeckte Behandlungen. Dringliche Autoreparatur (ohne Auto kein Weg zur Arbeit). Heizungsausfall im Winter. Gerichtskosten bei unerwartetem Rechtsstreit. Zählt NICHT als Notfall: Urlaub, Weihnachtsgeschenke, neue Kleidung. Geplante Reparaturen (Waschmaschine ist alt – Rücklage bilden, kein Notfall). Spontankäufe (das ist Lifestyle, nicht Notfall). Faustregel: Wenn Sie 6 Monate im Voraus planen können, ist es kein Notfall – dafür separate Rücklage bilden.

Notgroschen für Selbstständige und Freiberufler in Deutschland

Für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer gelten besondere Regeln beim Notgroschen-Aufbau. Das Einkommen schwankt, Kundenausfälle können ohne Vorwarnung eintreten, und das soziale Netz (Arbeitslosengeld, Kurzarbeit) greift nicht wie bei Angestellten. Empfohlene Absicherung:9–12 Monatsumsätze als Liquiditätsreserve statt der üblichen 3–6 Monatsausgaben.

Notgroschen-Empfehlungen nach Beschäftigungsart

BeschäftigungsartEmpfohlenBegründungAufbauzeit
Angestellter (sicher)3 MonateALG I Backup, Kündigung geschützt6–12 Monate
Angestellter (befristet)6 MonateJobunsicherheit, kein Schutz nach Ablauf12–18 Monate
Beamter2–3 MonateHohe Jobsicherheit, Pensionsanspruch4–8 Monate
Selbstständig/Freelancer9–12 MonateKein ALG I, Einkommensschwankungen18–36 Monate
Alleinverdiener (Familie)6–9 MonateHöhere Abhängigkeit, kein Backup-Einkommen12–24 Monate

Für Selbstständige in Deutschland gilt: Kein Anspruch auf Arbeitslosengeld I (ALG I) ohne freiwillige Versicherung (§ 28a SGB III). Eine freiwillige Weiterversicherung in der Arbeitslosenversicherung ist möglich und kostet ca. 95 EUR/Monat (2026) — kann sinnvoll sein als ergänzende Absicherung. Dennoch ersetzt die ALG-I-Option nicht den Notgroschen, da Wartezeiten und Antragsverfahren Zeit in Anspruch nehmen.

Wo den Notgroschen anlegen? Die Grundregel lautet: liquide, sicher, zinsoptimiert — in dieser Reihenfolge. Tagesgeldkonten (z.B. ING, DKB, Trade Republic mit 3–3,5% p.a. in 2026) sind ideal: täglich verfügbar, FGDE-gesichert bis 100.000 EUR (Einlagensicherung gemäß EU-Richtlinie 2014/49/EU), und attraktiv verzinst. Festgeld und Anleihen scheiden aus wegen mangelnder Liquidität. ETFs und Aktien sind für den Notgroschen ungeeignet — Kurseinbrüche von 30–50% sind möglich genau dann, wenn Liquidität benötigt wird (Korrelation von Jobverlust und Börsencrash: historisch positiv). Quelle: Deutsche Bundesbank, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), SGB III.

Notgroschen-Aufbauplan: Schritt für Schritt zur Liquiditätsreserve

Der Aufbau eines Notgroschens erfordert einen systematischen Plan — besonders wenn das monatliche Budget knapp ist. Die gute Nachricht: Auch kleine, regelmäßige Beiträge akkumulieren sich schnell zu einer spürbaren Sicherheitsreserve. Die Deutsche Bundesbank empfiehlt in ihrem Haushaltsbuch, den Notgroschen als erste Priorität vor Investitionen zu behandeln — noch vor dem ETF-Sparplan.

Schritt 1: Monatliche Ausgaben genau ermitteln

Erfassen Sie alle fixen und variablen Ausgaben der letzten 3 Monate. Fixkosten: Miete, Strom, GEZ, Versicherungen, Abos, Kreditraten. Variable Kosten: Lebensmittel, Transport, Freizeit. Das Ziel: den tatsächlichen Monatsbedarf kennen — nicht das geschätzte Budget. Viele Deutsche unterschätzen ihre Ausgaben um 15–25% (Bundesbank Haushaltsstudie 2023). Erst wenn die genaue Zahl feststeht, ist die Zielgröße des Notgroschens (3× oder 6× dieser Summe) berechenbar.

Schritt 2: Notfallfonds-Konto separat einrichten

Der Notgroschen gehört auf ein separates Tagesgeldkonto — nicht auf das Girokonto, von dem täglich Ausgaben abgehen. Warum separat? Psychologische Trennung verhindert versehentliche Ausgaben ('Das ist für den Notfall'). Empfehlung: Tagesgeld mit 3–3,5% p.a. (2026) und Einlagensicherung bis 100.000 EUR (Einlagensicherungsgesetz, EinSiG). ING, DKB, Trade Republic Savings bieten attraktive Konditionen ohne Festgeld-Bindung.

Schritt 3: Automatischen Sparplan einrichten

Richten Sie einen Dauerauftrag ein: Am 1. des Monats, unmittelbar nach Gehaltseingang, wird ein fixer Betrag auf das Notgroschen-Konto überwiesen. Beginnen Sie mit einem realistischen Betrag — auch 50 EUR/Monat sind besser als nichts. Erhöhen Sie den Betrag schrittweise bei jeder Gehaltserhöhung oder wenn Fixkosten wegfallen (abgezahlter Ratenkredit, auslaufendes Abo). Das Prinzip 'Pay yourself first' (zuerst sparen, dann ausgeben) ist die effektivste Sparstrategie laut Verhaltensökonomie.

Schritt 4: Mini-Notfälle von echten Notfällen unterscheiden

Nicht jede ungeplante Ausgabe ist ein Notfall. Kategorisierung hilft: Echter Notfall (sofortige Deckung aus Notgroschen): Arbeitslosigkeit, schwere Krankheit, Haushaltsgerät-Totalausfall, Autounfall mit Selbstbeteiligung. Kein Notfall (aus laufendem Budget oder separatem Puffer): Urlaub, Weihnachtsgeschenke, planbare Reparaturen. Tipp: Führen Sie zusätzlich zum Notgroschen einen separaten 'unregelmäßiger Ausgaben'-Puffer von 1.000–2.000 EUR für planbare Unregelmäßigkeiten.

Schritt 5: Notgroschen nach Entnahme sofort wieder auffüllen

Nach einer Notfallentnahme hat der Wiederaufbau des Notgroschens oberste Priorität — vor Investitionen, vor Urlaub, vor allem anderen. Erhöhen Sie temporär den Sparplan, bis das Zielniveau wieder erreicht ist. Wer seinen Notgroschen aufgebraucht hat und die nächste Krise kommt, hat keine Puffermöglichkeit. Diese Disziplin ist entscheidend für die langfristige Finanzstabilität.

Schritt 6: Notgroschen jährlich überprüfen und anpassen

Einmal im Jahr — z.B. zum Jahreswechsel — die Zielhöhe des Notgroschens überprüfen: Haben sich die Ausgaben erhöht? Gibt es neue Risiken (Familie gegründet, Jobwechsel, Immobilienkauf)? Passt die aktuelle Kontogröße noch zum aktuellen Lebensstil? Inflation reduziert die reale Schutzwirkung des nominalen Betrags: Bei 3% Inflation verliert ein Notgroschen von 12.000 EUR in 5 Jahren ca. 1.500 EUR Kaufkraft — anpassen.

Häufiger Fehler beim Notgroschen: Zu hohe Summen investiert, zu wenig liquide gehalten. Viele Anleger, die 2020 (COVID-Lockdown) oder 2022 (Energiekrise) ihren Job verloren, mussten ETF-Anteile mit Verlust verkaufen, weil kein Tagesgeld-Puffer vorhanden war. Der Notgroschen ist die Versicherung, die verhindert, dass schlechtes Timing Ihren langfristigen Investitionsplan zerstört.

Das Bundesministerium für Finanzen und die Deutsche Bundesbank empfehlen einheitlich: Zuerst Notgroschen (3–6 Monate), dann Schuldenabbau (bei Zinssätzen über 5%), dann langfristiger Vermögensaufbau (ETF-Sparpläne). Diese Prioritätsreihenfolge schützt vor dem häufigsten Finanzfehler: Mit geliehenem Geld zu investieren oder in einer Krise Assets mit Verlust zu liquidieren. Nutzen Sie den Notgroschen-Rechner, um Ihr persönliches Ziel zu berechnen, und starten Sie den Aufbau noch diesen Monat — auch mit kleinen Beträgen. Konsistenz ist wichtiger als die Höhe des monatlichen Beitrags. Jeder Euro im Notgroschen-Konto ist ein Euro mehr finanzielle Sicherheit und ein Euro weniger Risiko, in einer Krise auf teure Kredite angewiesen zu sein. Quelle: Deutsche Bundesbank Haushaltsbuch, Bundesministerium der Finanzen, Verbraucherzentrale NRW.

Hinweis: Diese Inhalte dienen ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken und stellen keine Finanzberatung im Sinne des WpHG dar. Investitionen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Bitte konsultieren Sie einen qualifizierten Finanzberater. Risikohinweise.