Rentenrechner Deutschland – Gesetzliche Rente berechnen (2026)

GRV · Entgeltpunkte · Rentenlücke · Riester · bAV · DRV-Daten 2026

Quellen und Referenzen

Rente berechnen

Full Retirement Age: 67.0 years

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Monthly Benefit at Age 67

$2,200

0.0% vs FRA

Lifetime Benefits to Age 85

$591,000

With 2.5% annual COLA

Break-Even Age

vs claiming at FRA

Lifetime Benefits by Claim Age (to age 85)

Age 62
$1,540/mo$565,200 total
Age 63
$1,650/mo$571,485 total
Age 64
$1,760/mo$574,111 total
Age 65
$1,907/mo$584,462 total
Age 66
$2,053/mo$590,030 total
Age 67
$2,200/mo$591,000 total
Age 68
$2,376/mo$594,895 total
Age 69
$2,552/mo$593,500 total
Age 70
$2,728/mo$587,020 total

Gold bar = your selected claim age

This calculator is for educational purposes only and uses general SSA formulas. Actual benefits depend on your full earnings history. Get your official estimate at ssa.gov/myaccount. Consult a financial planner before making a claiming decision.

Die deutsche Rentenformel erklärt

Die gesetzliche Rente in Deutschland wird nach einer transparenten Formel berechnet. Grundlage ist das Umlageverfahren: Heutige Beitragszahler finanzieren die heutigen Rentner. Für jeden Beitragsjahrgang werden Entgeltpunkte gutgeschrieben.

Rentenformel (§ 64 SGB VI)

Rente = EP × ZF × RAF × aRW

EP = EntgeltpunkteZF = ZugangsfaktorRAF = RentenartfaktoraRW = akt. Rentenwert

Aktueller Rentenwert (West) – Entwicklung

JahrRentenwert WestAnpassung
202236,02 EUR+5,35%
202337,60 EUR+4,39%
202439,32 EUR+4,57%
202539,32 EURPrognose ±0,5–1,5%
2026ca. 39,32–40,00 EURAbhängig Lohnentwicklung

Quelle: Deutsche Rentenversicherung (DRV) · 2025/2026: Prognose · Rentenwert Ost seit 2024 angeglichen

Rentenniveau: Die wachsende Lücke

Das Sicherungsniveau vor Steuern (Standardrente nach 45 Beitragsjahren im Verhältnis zum Durchschnittslohn) ist gesetzlich bis 2025 bei mindestens 48% gesichert (§ 154 Abs. 3 SGB VI). Für die Zeit danach wird ein weiteres Absinken erwartet, sofern keine Reformen erfolgen.

Rentenniveau-Prognose Deutschland

JahrRentenniveau (netto)Rente bei 3.000 EUR netto
2010ca. 52%1.560 EUR
2020ca. 50%1.500 EUR
2026ca. 48%1.440 EUR
2030 (Prognose)ca. 46–47%1.380–1.410 EUR
2040 (Prognose)ca. 44–45%1.320–1.350 EUR

Ab 2030: Prognose Rentenkommission 2019 / BMAS Rentenbericht 2024 · Keine Gewähr

Drei-Schichten-Modell: Rentenlücke schließen

1

Basisversorgung

Produkte: Gesetzliche Rentenversicherung (GRV), Beamtenversorgung, Rürup-Rente

Steuer: Vollständig abzugsfähig (Rürup), Rente zu 100% steuerpflichtig ab 2040

Geeignet für: Alle Pflichtversicherten und Selbstständige (Rürup)

2

Zusatzversorgung

Produkte: Riester-Rente, betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Steuer: Staatliche Zulagen + Sonderausgabenabzug; bAV steuer-/sozialabgabenfrei in Ansparphase

Geeignet für: Arbeitnehmer, Familien mit Kindern (Riester), Betriebe (bAV)

3

Private Vorsorge

Produkte: ETF-Depot, Immobilien, Lebensversicherung (nicht staatlich gefördert)

Steuer: Abgeltungsteuer 26,375% auf Kapitalerträge; Immobilien nach 10 Jahren steuerfrei

Geeignet für: Alle – flexibelste Schicht, kein Rentenalter-Lock-in

Entgeltpunkte: So werden Sie erworben

SituationEntgeltpunkte/JahrRentenwert (aRW 39,32 EUR)
Durchschnittseinkommen (45.358 EUR brutto 2025)1,0 EP39,32 EUR/Monat
2× Durchschnitt (90.716 EUR)2,0 EP (max. 2,0)78,64 EUR/Monat
Halbes Durchschnittseinkommen (22.679 EUR)0,5 EP19,66 EUR/Monat
Kindererziehungszeit (nach 1992)1,0 EP/Jahr (3 Jahre)39,32 EUR/Monat je Jahr
Pflege eines Angehörigen (Pflegegrad 2+)bis 1,0 EP/Jahrbis 39,32 EUR/Monat
Minijob (556 EUR/Monat)ca. 0,148 EP/Jahrca. 5,82 EUR/Monat

Durchschnittseinkommen 2025: Schätzung DRV · Kindererziehungszeit: 3 Jahre für nach-1992-Geborene · Mütterrente berücksichtigt

Häufige Fragen zur gesetzlichen Rente

Wie wird die gesetzliche Rente berechnet?

Rentenformel: Rente = Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × Rentenartfaktor × aktueller Rentenwert. Rentenwert West 2024: 39,32 EUR/Punkt. Beispiel: 40 Punkte × 1,0 × 1,0 × 39,32 = 1.572,80 EUR Bruttorente. 1 Entgeltpunkt = 1 Jahr Durchschnittseinkommen (2025: ca. 45.358 EUR brutto).

Wann kann ich in Rente gehen?

Regelrentenalter: 67 Jahre (Geburtsjahrgänge ab 1964). Rente mit 63 bei 45 Versicherungsjahren (Langzeitversicherte), aber 0,3% Abzug/Monat (3,6%/Jahr). 2 Jahre früher = −7,2% dauerhaft. Hinausschieben über 67: +0,5%/Monat Zuschlag.

Was ist die Rentenlücke?

Letztes Nettoeinkommen minus Nettorente. Rentenniveau 2026: ca. 48% (netto). Bei 3.000 EUR netto: Rente ca. 1.440 EUR, Lücke 1.560 EUR/Monat. Kapital für diese Lücke (3,5% Entnahme, Deutschland): 1.560 × 12 ÷ 0,035 = ca. 535.000 EUR.

Lohnt sich Riester-Rente noch?

Für Geringverdiener und Familien mit Kindern ja: Grundzulage 175 EUR + 300 EUR/Kind (nach 1992). Förderquote für Geringverdiener bis 90%. Für Gutverdiener ohne Kinder: oft besser ETF-Depot (keine Gebühren, keine Verrentungspflicht, flexibler). Vergleich immer individuell prüfen.

Was ist die Mütterrente?

Kindererziehungszeiten werden als Entgeltpunkte angerechnet: vor-1992-geborene Kinder 2,5 EP, nach-1992-geborene Kinder 3 EP. Wert 2024: 2,5 × 39,32 = 98,30 EUR/Monat extra pro vor-1992-Kind. Kein Antrag nötig – wird automatisch berechnet. Gilt auch für Väter als Haupterzieher.

Wie schließe ich meine Rentenlücke?

Drei-Schichten-Modell: Schicht 1 (GRV, Rürup). Schicht 2 (Riester, bAV). Schicht 3 (ETF-Depot, Immobilien). Faustregel: Lücke × 12 ÷ 0,035 = benötigtes Kapital. Bei 800 EUR/Monat Lücke: 274.000 EUR. Mit 30 Jahren bis Rente und 7% ETF: ca. 270 EUR/Monat Sparplan.

Was passiert mit meiner Rente, wenn ich ins Ausland ziehe?

Deutsche GRV-Rente wird ins Ausland gezahlt. EU/EWR: volle Zahlung ohne Abzüge. Mit Abkommen (USA, Kanada, Australien, Japan, Schweiz): Zahlung möglich. Steuerlich: Quellensteuer auf deutsche Renten im Ausland. Beratung bei DRV und Finanzamt vor geplantem Auslandsruhestand empfohlen.

Wie funktioniert die betriebliche Altersvorsorge (bAV)?

Entgeltumwandlung: Teile des Bruttogehalts fließen in bAV, steuer- und sozialabgabenfrei bis 8% der BBG (2026: ca. 7.248 EUR/Jahr). Arbeitgeber muss seit 2019 mind. 15% Zuschuss zahlen. Im Rentenalter: voll steuerpflichtig + GKV-Beitragspflicht (wichtig: Freibetrag 2026 ca. 187 EUR/Monat beachten).

Riester vs. Rürup vs. bAV vs. ETF-Depot: Detailvergleich

Für die private und betriebliche Altersvorsorge in Deutschland gibt es vier Hauptinstrumente mit sehr unterschiedlichen steuerlichen Profilen, Förderungen und Flexibilitäten. Die richtige Wahl hängt stark von der individuellen Situation ab.

MerkmalRiesterRürupbAVETF-Depot
Steuerliche FörderungZulage + Sonderausgaben bis 2.100 EURSonderausgaben bis 29.344 EURSteuer-/SV-frei bis 8% BBGSparerpauschbetrag 1.000 EUR
Staatliche Zulage175 EUR + 300 EUR/KindKeineAG-Zuschuss 15%Keine
FlexibilitätMitnahme bei JobwechselNicht kündbarBedingt portabelVollständig flexibel
Rentenalter67 Jahre (Pflicht)Mindestens 62 JahreRegelalter (67)Frei wählbar
KapitalentnahmeMöglich (Förderungsrückzahlung)Nicht möglichEinschränkungenJederzeit möglich
Besteuerung AuszahlungVoll steuerpflichtigVoll steuerpflichtigVoll steuerpflichtig + GKV26,375% Abgeltungsteuer
BeitragsgarantieJa (mind. eingezahlte Beiträge)NeinMeist jaNein
Geeignet fürArbeitnehmer, FamilienSelbstständige, GutverdienerArbeitnehmer mit AG-ZuschussAlle, lange Ansparphase

Stand 2026 · BBG = Beitragsbemessungsgrenze · GKV = Gesetzliche Krankenversicherung · Keine Finanzberatung

Die Riester-Rente ist am vorteilhaftesten für Geringverdiener mit Kindern: Bei einem Einkommen von 20.000 EUR brutto und zwei Kindern (nach 1992 geboren) beträgt die Förderquote bis zu 90%. Das heißt: Von 2.100 EUR Jahresbeitrag kommen 175 EUR Grundzulage + 600 EUR Kinderzulagen + Steuererstattung (je nach Steuersatz) vom Staat.

Für Selbstständige ohne Zugang zur GRV ist die Rürup-Rente (Basisrente) oft die erste Wahl: Beiträge bis 29.344 EUR/Jahr (2026, Einzelperson) sind als Sonderausgaben steuerlich abzugsfähig. Bei einem Steuersatz von 42% spart ein Selbstständiger bei maximalem Beitrag ca. 12.300 EUR Steuern pro Jahr.

Rentenoptimierungsstrategien: So maximieren Sie Ihre Rente

Das deutsche Rentensystem bietet mehrere legale Möglichkeiten, die eigene Rente zu erhöhen. Diese Optionen werden von vielen Versicherten nicht genutzt, obwohl sie erhebliche finanzielle Auswirkungen haben können.

Ausgleichszahlungen für Frühverrentung (§ 187a SGB VI)

Wer früher als 67 in Rente gehen möchte, kann den Abzug von 0,3%/Monat durch freiwillige Ausgleichszahlungen an die DRV kompensieren. Ab 50 Jahren möglich. Beispiel: 2 Jahre frühere Rente (24 Monate × 0,3% = 7,2% Rentenabzug). Bei 1.500 EUR Bruttorente: 108 EUR/Monat Verlust. Ausgleich kostet typisch 15.000–40.000 EUR je nach Rentenanspruch. Lohnt sich bei Lebenserwartung über 80 Jahren. DRV kann individuelle Auskunft geben.

Späterer Renteneintritt: 0,5% Zuschlag pro Monat

Für jeden Monat, den Sie über das Regelrentenalter (67) hinaus weiterarbeiten, erhalten Sie 0,5% mehr Rente (0,5% Zugangsfaktor pro Monat). 12 Monate später = 6% mehr Rente. Bei 1.500 EUR Rente: 90 EUR/Monat mehr, lebenslang. Zusätzlich: Ein weiteres Arbeitsjahr ergibt ca. 1 Entgeltpunkt mehr (bei Durchschnittsverdienst). Kombination: 12 Monate später + 1 Entgeltpunkt = ca. 6% Zugangsfaktor-Zuschlag + 39,32 EUR/Monat mehr.

Kindererziehungszeiten und Pflegezeiten optimal nutzen

Kindererziehungszeiten werden automatisch angerechnet: 3 Entgeltpunkte pro Kind (nach 1992 geboren), 2,5 EP für vorher geborene Kinder (Mütterrente). Auch Väter können anrechnen, wenn sie Haupterzieher waren – DRV-Antrag erforderlich. Pflegezeiten: Wer Angehörige mit Pflegegrad 2+ pflegt (mindestens 10h/Woche), erwirbt Rentenpunkte durch Beiträge der Pflegekasse (§ 44 SGB XI). Prüfen: Renteninformation der DRV auf Vollständigkeit kontrollieren.

Freiwillige Beiträge für Lücken in der Versicherungsbiographie

Wer in bestimmten Jahren keine Pflichtbeiträge gezahlt hat (Auslandsstudium, Selbstständigkeit ohne Versicherung, Elternzeit ohne Kindererziehungszeit), kann diese Lücken durch freiwillige Beiträge schließen. Mindestbeitrag 2026: ca. 100 EUR/Monat. Maximalbeitrag: ca. 1.385 EUR/Monat. Besonders relevant für die Wartezeit (35 oder 45 Jahre) für Rente mit 63. DRV kann Rentenpunktpreis und Rendite individuell berechnen.

Die Grundrente: Schutz vor Altersarmut

Seit Juli 2021 gibt es die Grundrente in Deutschland. Sie soll Menschen schützen, die jahrzehntelang gearbeitet, aber wegen niedrigem Einkommen nur geringe Rentenansprüche aufgebaut haben. Die Grundrente wird automatisch geprüft und ausgezahlt – kein gesonderter Antrag ist erforderlich.

Grundrente: Voraussetzungen und Berechnung (2026)

KriteriumAnforderung / Wert
Mindest-Grundrentenzeiten33 Jahre Pflichtbeitragszeiten (inkl. Kindererziehung, Pflege)
Volle Grundrente ab35 Jahre Grundrentenzeiten
Einkommensgrenze Alleinstehende1.300 EUR/Monat brutto
Einkommensgrenze Paare1.950 EUR/Monat brutto (gemeinsam)
Maximale Grundrente (2026)ca. 418 EUR/Monat (bei 35 Jahren, sehr niedrigem Einkommen)
Typische Grundrente100–200 EUR/Monat für Berechtigte
Wer prüft?Deutsche Rentenversicherung (automatisch)
Kombination mit GRV-RenteGrundrente wird zur regulären Rente addiert

Quelle: Deutsche Rentenversicherung (DRV) · BMAS · Stand 2026 · Einkommensgrenzen können sich ändern

Die Grundrente profitiert besonders Frauen, die wegen Teilzeitarbeit oder Kindererziehungszeiten niedrige Rentenansprüche haben. Da sie automatisch geprüft wird (Finanzamt gleicht Einkommensdaten ab), müssen Betroffene keinen Antrag stellen. Allerdings ist die Einkommensgrenze zu beachten: Bei einem Ehepaar mit 2.000 EUR gemeinsamem Einkommen besteht kein Anspruch auf Grundrente.

Rentenlücke konkret berechnen: Typische Szenarien

Die Rentenlücke ist individuell und hängt von Einkommen, Beitragsjahren, Lebensstil im Ruhestand und anderen Einkünften ab. Folgende Szenarien illustrieren typische deutsche Situationen:

Rentenlücken-Szenarien (Deutschland 2026, Bruttorente)

ProfilGRV-BruttorenteLetztes NettoRentenlücke/Monat
Medianeinkommen, 45 Jahreca. 1.769 EUR (45 EP × 39,32 EUR)ca. 2.800 EUR nettoca. 1.031 EUR
Gutverdiener 70.000 EUR brutto, 40 Jahreca. 2.490 EUR (max. 2 EP/Jahr)ca. 4.000 EUR nettoca. 1.510 EUR
Geringverdiener 25.000 EUR, 35 Jahreca. 688 EUR (0,55 EP/J × 35 J)ca. 1.700 EUR nettoca. 1.012 EUR
Teilzeit (Frau), 25 Jahre Vollzeit + 10 Jahre Teilzeitca. 1.100 EURca. 2.200 EUR nettoca. 1.100 EUR
Selbstständiger ohne GRV, 30 Jahre privat0 EUR GRVca. 4.500 EUR nettoca. 4.500 EUR

Schätzwerte · Bruttorente, vor Steuern und Krankenversicherungsbeitrag · Rentenniveau 2026 ca. 48% (netto) · Keine Finanzberatung

Für die Kapitalberechnung zur Schließung der Lücke gilt in Deutschland die angepasste 3,5%-Entnahmeregel (statt US-Standard 4%): Benötigtes Kapital = Monatliche Rentenlücke × 12 ÷ 0,035. Bei 1.000 EUR/Monat Lücke: 1.000 × 12 ÷ 0,035 = 342.857 EUR. Dieses Kapital muss zusätzlich zur GRV-Rente angespart werden.

Die Rentenversicherungspflicht und ihre Ausnahmen

In Deutschland sind die meisten Erwerbstätigen rentenversicherungspflichtig. Das System finanziert sich über das Umlageverfahren: Die Beiträge der heute Erwerbstätigen finanzieren die aktuellen Rentenleistungen. Der Beitragssatz beträgt 2026 insgesamt 18,6% des Bruttolohns – je zur Hälfte vom Arbeitnehmer (9,3%) und Arbeitgeber (9,3%) getragen.

Versicherungspflicht und Ausnahmen im Überblick (2026)

PersonengruppeGRV-StatusAlternative / Besonderheit
Sozialversicherungspflichtig BeschäftigtePflichtversichert18,6% Beitragssatz (je 9,3% AG/AN)
Beamte (Bund, Länder, Kommunen)Nicht versichertBeamtenversorgung (Pension) statt GRV
Freiberufler mit Kammer (Ärzte, Anwälte, Architekten)Befreit (auf Antrag)Versorgungswerk der jeweiligen Kammer
Selbstständige (allgemein)Nicht pflichtversichertFreiwillige Versicherung möglich (§ 7 SGB VI)
Handwerker (Meisterpflicht)Pflichtversichert (18 Jahre)Nach 18 Jahren Befreiung möglich
Minijobber (bis 556 EUR/Monat)Opt-out möglich (aber Versicherung empfohlen)Arbeitgeber zahlt 15% Pauschalbeitrag
Geringfügig Beschäftigte (über 556 EUR)PflichtversichertVolle Versicherung wie reguläre Beschäftigung

Quelle: SGB VI · Stand 2026 · Beitragsbemessungsgrenze West 2026: ca. 91.200 EUR/Jahr

Für Selbstständige ist die fehlende GRV-Versicherungspflicht ein erhebliches Risiko. Eine Studie des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) zeigt, dass Selbstständige im Alter überproportional häufig von Altersarmut betroffen sind, wenn sie keine private Altersvorsorge aufgebaut haben. Die freiwillige Weiterversicherung in der GRV (§ 7 SGB VI) ist für Selbstständige in den ersten Jahren eine prüfenswerte Option, da die Beiträge steuerlich als Sonderausgaben absetzbar sind.

Ein wichtiger Aspekt für Minijobber: Wer nicht aktiv aus der Rentenversicherungspflicht ausstritt (Opt-out), zahlt den Arbeitnehmer-Eigenanteil (ca. 3,6% des Lohns) und baut damit tatsächlich Rentenpunkte auf. Bei 556 EUR Monatsgehalt über 40 Jahre: ca. 10 Entgeltpunkte = ca. 393 EUR/Monat Rente (bei aRW 39,32 EUR). Für viele Minijobber ist der Verzicht auf den Opt-out langfristig vorteilhafter.

Erweiterter FAQ zur gesetzlichen Rente in Deutschland

Wann kann ich in Rente gehen und was ist die Regelaltersgrenze?

Das Regelrentenalter in Deutschland liegt für alle Geburtsjahrgänge ab 1964 bei 67 Jahren. Für frühere Jahrgänge gilt eine Übergangsregelung: Jahrgang 1958 → 66 Jahre, Jahrgang 1961 → 66 Jahre und 6 Monate. Frühzeitige Rente ist möglich: (1) Rente für langjährig Versicherte (35 Versicherungsjahre): Ab 63 mit Abzügen von 0,3%/Monat. (2) Rente für besonders langjährig Versicherte (45 Jahre, 'Rente mit 63'): Ab 63 ohne Abzüge. (3) Rente für Schwerbehinderte: Ab 60 bei GdB 50+, mit Abzügen; ohne Abzüge ab 62. Alle Rentenbeginn-Optionen finden sich auf der DRV-Renteninformation, die jährlich zugesandt wird.

Was beeinflusst meine Rentenhöhe am stärksten?

Die drei größten Einflussfaktoren auf die GRV-Rente sind: (1) Anzahl der Entgeltpunkte: Jedes Jahr Beitragszahlung ergibt Punkte. Bei 45 Jahren Durchschnittseinkommen: 45 EP × 39,32 EUR = 1.769 EUR Bruttorente. (2) Zugangsfaktor: Früher in Rente = Abzug 0,3%/Monat; später = Zuschlag 0,5%/Monat. 2 Jahre früher = dauerhaft 7,2% weniger Rente. (3) Aktueller Rentenwert (aRW): Steigt jährlich lohnindexiert (2022: +5,35%, 2023: +4,39%, 2024: +4,57%). Weitere Faktoren: Kindererziehungszeiten (3 EP pro Kind nach 1992), Pflegezeiten, Zeiten der Arbeitslosigkeit (ALG I zählt, ALG II seit 2011 nicht mehr).

Was ist die Grundrente und wer hat Anspruch?

Die Grundrente wurde 2021 eingeführt und soll Altersarmut bekämpfen. Voraussetzung: Mindestens 33 Jahre Grundrentenzeiten (Pflichtbeitragszeiten, Kindererziehungszeiten, Pflegezeiten). Bei 33 Jahren erfolgt eine schrittweise Erhöhung, die volle Grundrente gibt es ab 35 Jahren. Einkommensgrenze: Alleinstehend bis 1.300 EUR/Monat brutto, Paare bis 1.950 EUR. Darüber wird sie anteilig abgeschmolzen. Maximale Grundrente ca. 418 EUR/Monat. Die DRV prüft automatisch – kein Antrag erforderlich. Tipp: Wer knapp unter der Wartezeit ist, kann durch freiwillige Beiträge die 33 Jahre erreichen.

Wie sicher ist die gesetzliche Rente in Deutschland?

Die gesetzliche Rente in Deutschland ist durch mehrere Garantien abgesichert: (1) Rentenniveau-Garantie: Das Sicherungsniveau vor Steuern darf laut §154 Abs. 3 SGB VI nicht unter 48% sinken (bis 2025 gesetzlich garantiert, Verlängerung politisch diskutiert). (2) Beitragssatz-Deckel: Der Beitragssatz darf bis 2025 nicht über 20% steigen (aktuell 18,6%). (3) Staatsgarantie: Als Teil des öffentlichen Rentensystems steht der Bund hinter den Rentenansprüchen. Herausforderungen: Demografischer Wandel (Alterung, weniger Beitragszahler), sinkende Geburtenrate, steigende Lebenserwartung. Prognose: Ohne Reformen könnte das Rentenniveau nach 2025 auf 44–45% sinken (Rentenkommission 2019). Das GRV-System wird weiter existieren, aber die Leistungen könnten real sinken – Ergänzung durch private Vorsorge bleibt wichtig.

Was ist Rentenversicherungspflicht und wer ist davon betroffen?

In Deutschland gilt für die meisten Arbeitnehmer Rentenversicherungspflicht: Alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zahlen 18,6% des Bruttolohns als Beitrag (je zur Hälfte Arbeitnehmer und Arbeitgeber). Beitragsbemessungsgrenze 2026: ca. 91.200 EUR/Jahr West (7.600 EUR/Monat) – darüber werden keine Beiträge mehr berechnet. Von der Pflicht befreit sind: Beamte (eigene Versorgung), Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke (Ärzte, Anwälte, Architekten), Geringfügig Beschäftigte (Minijob bis 556 EUR, können aber freiwillig beitragen). Selbstständige: Grundsätzlich nicht pflichtversichert, Ausnahmen für Handwerker, Lehrer, Hebammen u.a. Möglichkeit zur freiwilligen Versicherung. Seit 2024 können Selbstständige durch das Jahressteuergesetz einfacher in die GRV optieren.

Wie berechne ich den Kapitalwert meiner zukünftigen Rente?

Den Kapitalwert (Barwert) Ihrer zukünftigen GRV-Rente können Sie grob schätzen: Kapitalwert = Monatliche Bruttorente × 12 × Barwertfaktor. Der Barwertfaktor hängt von Lebenserwartung und Diskontrate ab. Einfache Schätzung: Lebenserwartung 85 Jahre, Renteneintritt 67 Jahre = 18 Rentenjahre. Barwertfaktor bei 2% Diskontrate: ca. 15. Bei 1% Diskontrate: ca. 16. Beispiel: 1.500 EUR/Monat Rente × 12 × 16 = 288.000 EUR Kapitalwert. Wichtig: Dieser Wert muss versteuert werden (Rentenbesteuerungsanteil steigt jährlich). Ab Renteneintritt 2040: 100% steuerpflichtig. Die DRV bietet keinen direkten Kapitalwertrechner an, aber dieser Wert hilft beim Vermögensgesamtüberblick.

Hinweis: Diese Inhalte dienen ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken und stellen keine Finanzberatung im Sinne des WpHG dar. Investitionen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Bitte konsultieren Sie einen qualifizierten Finanzberater. Risikohinweise.