Ein Quartalsbericht — in den USA als Formular 10-Q (quartalsweise) oder 10-K (jährlich) bei der SEC eingereicht — ist die umfassendste Finanzinformationsquelle für ein börsennotiertes Unternehmen. Wall Street konzentriert sich auf wenige Schlüsselkennzahlen, die den Kursausschlag am Tag der Veröffentlichung bestimmen.
Die meistbeachtete Kennzahl ist das Non-GAAP-EPS (bereinigter Gewinn je Aktie), das aktienbasierte Vergütungen, Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Einmalposten ausschließt. Analysten erstellen Konsensschätzungen über Anbieter wie FactSet und Bloomberg. Ein Unternehmen, das den Konsens auch nur um 0,01 US-Dollar übertrifft, gilt als „Beat“. In einem typischen Quartal übertreffen ca. 72 % der S&P-500-Unternehmen die EPS-Schätzungen. (Quelle: FactSet Earnings Insight, Q1 2025.)
Die zweite Schlüsselkennzahl ist der Umsatz (Top-Line). Ein Unternehmen kann EPS-Schätzungen durch Kostensenkungen übertreffen, auch wenn der Umsatz enttäuscht — in diesem Fall reagiert der Markt oft negativ trotz des EPS-Beats. Umsatzwachstum signalisiert Preissetzungsmacht, Marktanteil und Nachfragestärke.
Der Ausblick (Guidance) bewegt die Aktie häufig stärker als die Vergangenheitsergebnisse, da Märkte zukunftsorientiert sind.