Die gesetzliche Rente ersetzt nach 45 Beitragsjahren nur rund 48% des letzten Bruttogehalts (DRV, Rentenversicherungsbericht 2024). Wie groß Ihre persönliche Rentenlücke ist, wie viel Kapital Sie benötigen und wie Sie es aufbauen — mit konkreten Zahlen und dem deutschen 3-Schichten-Modell.
"Wie viel brauche ich für die Rente?" ist die zentrale Frage der Altersvorsorge — und eine, die viele Deutsche zu spät stellen. Die Antwort ist weniger komplex als befürchtet, aber die Zahlen sind nüchtern: Das Versorgungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung ist seit Jahrzehnten rückläufig. Wer heute 45 Jahre mit Durchschnittsverdienst einzahlt, erhält rund 48% des letzten Bruttogehalts als gesetzliche Rente (Deutsche Rentenversicherung, Rentenversicherungsbericht 2024).
Die gute Nachricht: Mit dem deutschen 3-Schichten-Modell — gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge (bAV)/Riester/Rürup und privatem Kapital (ETF-Depot) — lässt sich eine solide Ruhestandsplanung aufbauen. Wer früh beginnt und systematisch spart, kann eine komfortable Rente erreichen.
Dieser Leitfaden erklärt, wie Sie Ihre persönliche Rentenlücke berechnen, das benötigte Zielkapital ermitteln und die monatliche Sparrate bestimmen — mit konkreten Rechenbeispielen für drei typische deutsche Lebensläufe.
Die gesetzliche Rente in Deutschland basiert auf Entgeltpunkten. Wer ein Jahr lang exakt den Durchschnittsverdienst (2026: ca. 45.358 EUR brutto) erzielt, sammelt 1 Entgeltpunkt. Der aktuelle Rentenwert 2026 beträgt 40,79 EUR/Monat pro Entgeltpunkt (West). (Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Rentenanpassung 2026)
| Bruttogehalt/Monat | Entgeltpunkte/Jahr | Rente brutto (45 Jahre) | % des letzten Bruttogehalts | Rente netto (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| 2.000 EUR | 0,53 | 971 EUR | 49% | ca. 820 EUR |
| 2.500 EUR | 0,66 | 1.214 EUR | 49% | ca. 1.024 EUR |
| 3.000 EUR | 0,79 | 1.452 EUR | 48% | ca. 1.225 EUR |
| 3.500 EUR | 0,93 | 1.709 EUR | 49% | ca. 1.441 EUR |
| 4.000 EUR | 1,06 | 1.952 EUR | 49% | ca. 1.647 EUR |
| 5.000 EUR | 1,32 | 2.427 EUR | 49% | ca. 2.048 EUR |
| 6.000 EUR | 1,59 | 2.907 EUR | 48% | ca. 2.451 EUR |
Rentenwert West 2026: 40,79 EUR. Netto-Näherungswert nach Abzug von KV 7,3% + Pflegeversicherung ca. 3,4% auf Rente (kein AG-Anteil für Rentner). Einkommensteuer im Rentenalter je nach Gesamteinkommen. Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Rentenversicherungsbericht 2024.
Das Rentenniveau (gesetzliche Bruttorente ÷ Durchschnittslohn) sank von 53% (1980) auf aktuell 48% (2026). Bis 2035 prognostiziert die Deutsche Rentenversicherung bei unveränderter Politik einen weiteren Rückgang auf ca. 44–46% (DRV Rentenversicherungsbericht 2024). Das bedeutet: Wer heute 40 Jahre alt ist und für 2051 plant, sollte eher 44% als Planungsgröße verwenden.
Die deutsche Altersvorsorge ist steuerlich in drei Schichten organisiert. Jede Schicht hat unterschiedliche Förderstrukturen, steuerliche Behandlung und Flexibilität. Das Verständnis des Modells ist die Grundlage jeder Rentenplanung.
Produkte
Gesetzliche Rentenversicherung (GRV), Rürup-Rente (Basisrente)
Beiträge/Förderung
Beiträge: 100% absetzbar (GRV-Pflicht; Rürup bis 29.344 EUR/Jahr, § 10 EStG)
Besteuerung Leistungen
Leistungen: ab 2040 zu 100% steuerpflichtig (Rentenbesteuerungsgesetz)
Flexibilität
Sehr gering — keine Kapitalentnahme, keine Kündigung, keine Erbschaft
Produkte
Betriebliche Altersvorsorge (bAV), Riester-Rente
Beiträge/Förderung
bAV: steuerfrei bis 8% BBG (7.248 EUR/Jahr); Riester: Zulagen 175 EUR + 300 EUR/Kind
Besteuerung Leistungen
Leistungen: voll einkommensteuerpflichtig im Rentenalter
Flexibilität
Gering — bei bAV keine vorzeitige Entnahme; Riester bei Kündigung Rückzahlung
Produkte
ETF-Depot, Lebensversicherung (ab 60/12 halb steuerpflichtig), Immobilien
Beiträge/Förderung
Keine steuerliche Förderung auf Einzahlungen
Besteuerung Leistungen
Gewinne: Abgeltungsteuer 26,375% (25% + 5,5% Soli); Teilfreistellung 30% für Aktien-ETFs
Flexibilität
Sehr hoch — jederzeit Entnahme, Anpassung, Vererbung
Die Rentenlücke ist der Betrag, den Sie im Ruhestand monatlich zusätzlich zur gesetzlichen Rente benötigen, um Ihren gewünschten Lebensstandard zu halten. Sie ist der Ausgangspunkt jeder Altersvorsorge-Berechnung.
Die Deutsche Rentenversicherung stellt ab dem 27. Lebensjahr jährlich eine Renteninformation zu. Ab 55 gibt es alle drei Jahre eine ausführliche Rentenauskunft mit konkreter Rentenhöhe. Online: rentenversicherung.de → Mein DRV-Portal → Rentenauskunft/Renteninformation. Nutzen Sie diese als Basis für Ihre Lückenberechnung — die Zahlen berücksichtigen Ihre tatsächlichen Beitragsjahre und Entgeltpunkte.
Die 4%-Regel (Trinity-Studie 1998, Bengen 1994) ist die bekannteste Entnahmeregel: Bei einem diversifizierten Aktienportfolio kann man jährlich 4% des Anfangswerts entnehmen und das Portfolio hält mit hoher Wahrscheinlichkeit 30 Jahre. Für Deutschland empfehlen Finanzplaner die 3,5%-Regel, weil:
| Monatliche Rentenlücke | Jahresbedarf | Zielkapital (3,5%) | Zielkapital (4%) |
|---|---|---|---|
| 500 EUR | 6.000 EUR | 171.429 EUR | 150.000 EUR |
| 750 EUR | 9.000 EUR | 257.143 EUR | 225.000 EUR |
| 1.000 EUR | 12.000 EUR | 342.857 EUR | 300.000 EUR |
| 1.500 EUR | 18.000 EUR | 514.286 EUR | 450.000 EUR |
| 2.000 EUR | 24.000 EUR | 685.714 EUR | 600.000 EUR |
| 2.500 EUR | 30.000 EUR | 857.143 EUR | 750.000 EUR |
| 3.000 EUR | 36.000 EUR | 1.028.571 EUR | 900.000 EUR |
3,5%-Regel: Zielkapital = Jahresbedarf ÷ 0,035 = Jahresbedarf × 28,57. Zielkapital ist der Depotwert zum Rentenbeginn vor Steuern auf Entnahmen. Brutto-Richtwert — individuelle Steuerplanung erforderlich.
Die 3,5%-Regel basiert auf Brutto-Entnahmen. In der Realität fallen Abgeltungsteuer auf den Gewinnanteil der Entnahmen an. Faustregel für eine grobe Überkorrektur: Zielkapital × 1,15 für konservative Steuerplanung. Bei einem Depot, das zu 60% aus Kursgewinnen besteht:
Brutto-Entnahme (1.000 EUR/Monat)
davon ~600 EUR Gewinn
× 26,375% Steuer = 158 EUR Abgeltungsteuer
Netto: ~842 EUR
Teilfreistellung Aktien-ETFs (30%)
600 EUR Gewinn × 70% steuerpflichtig = 420 EUR
× 26,375% = 111 EUR Steuer (mit Teilfreist.)
Netto: ~889 EUR
Plant Rente mit 67 in 40 Jahren. Ziel: 2.200 EUR netto/Monat im Ruhestand.
| Erwartete gesetzliche Rente (40 Jahre × 0,74 EP × 40,79 EUR) | 1.208 EUR brutto | ca. 1.019 EUR netto |
| Rentenlücke | − | 1.181 EUR/Monat |
| Zielkapital (3,5%-Regel) | 1.181 × 12 ÷ 0,035 | 405.000 EUR |
| Monatliche ETF-Sparrate (40 Jahre, 7% p.a.) | Zinseszins-Effekt groß | ca. 155 EUR/Monat |
Plant Rente mit 67 in 25 Jahren. Ziel: 3.000 EUR netto/Monat. Hat bereits 15 Jahre Beitragszeiten.
| Erwartete gesetzliche Rente (45 Jahre, davon 15 schon) | ca. 1.652 EUR brutto | ca. 1.393 EUR netto |
| bAV-Anspruch (15 Jahre bAV-Beiträge, Beispiel) | ca. 250 EUR/Monat | ca. 210 EUR netto |
| Rentenlücke | − | 1.397 EUR/Monat |
| Zielkapital (3,5%-Regel) | 1.397 × 12 ÷ 0,035 | 479.000 EUR |
| Monatliche ETF-Sparrate (25 Jahre, 7% p.a.) | Kürzere Zeit | ca. 530 EUR/Monat |
Plant Rente mit 67 in 12 Jahren. Ziel: 4.000 EUR netto/Monat. Hat bereits 300.000 EUR ETF-Depot.
| Erwartete gesetzliche Rente (42 Jahre × 1,45 EP) | ca. 2.484 EUR brutto | ca. 2.094 EUR netto |
| bAV + Riester (Schätzung) | ca. 350 EUR/Monat | ca. 295 EUR netto |
| Rentenlücke | − | 1.611 EUR/Monat |
| Zielkapital (3,5%-Regel) | 1.611 × 12 ÷ 0,035 | 552.343 EUR |
| Vorhandenes Depot (300k bei 7% p.a. × 12 Jahre) | Wächst auf ca. 674.000 EUR | Lücke schon gedeckt |
Alle Szenarien sind vereinfachte Illustrationen. Rentenwert 2026: 40,79 EUR. Entgeltpunkte als Näherung. Tatsächliche Werte erfordern individuelle DRV-Auskunft. Rendite 7% p.a. entspricht historischem MSCI World-Langfristdurchschnitt — keine Garantie zukünftiger Erträge.
Die benötigte monatliche Sparrate hängt von drei Faktoren ab: Zielkapital, Restzeit bis Rentenbeginn und erwartete Rendite. Der Zinseszinseffekt macht den Startpunkt zur wichtigsten Variable.
| Zielkapital | 30 Jahre bis Rente | 25 Jahre bis Rente | 20 Jahre bis Rente | 15 Jahre bis Rente |
|---|---|---|---|---|
| 200.000 EUR | 195 EUR | 270 EUR | 416 EUR | 669 EUR |
| 300.000 EUR | 293 EUR | 404 EUR | 624 EUR | 1.003 EUR |
| 500.000 EUR | 488 EUR | 674 EUR | 1.039 EUR | 1.672 EUR |
| 750.000 EUR | 731 EUR | 1.011 EUR | 1.559 EUR | 2.508 EUR |
| 1.000.000 EUR | 975 EUR | 1.348 EUR | 2.079 EUR | 3.344 EUR |
Monatliche Sparrate bei 7% p.a. Rendite (historischer MSCI World Langfristdurchschnitt). Steuern und Kosten nicht berücksichtigt. Quelle: Zinseszins-Formel PMT. Keine Garantie für zukünftige Renditen.
Als Orientierung gilt: 10–15% des Bruttogehalts sollten für die Altersvorsorge gespart werden (alle drei Schichten zusammen). Bei 3.500 EUR brutto: 350–525 EUR/Monat. Davon entfällt ein Teil bereits auf die Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (9,3% AN-Anteil = 325 EUR). Für die private Vorsorge (Schicht 3) verbleiben entsprechend 25–200 EUR/Monat je nach Einkommenssituation. Bei höheren Einkommen oder spätem Start deutlich mehr nötig.
Inflation ist der unsichtbare Feind der Rentenplanung. Bei 2% p.a. halbiert sich die Kaufkraft eines Euro in 35 Jahren. Nominale Planung ohne Inflationsbereinigung führt zu erheblichen Unterversorgungsrisiken im Ruhestand.
| Jahre bis Rente | Kaufkraftverlust bei 2% p.a. | Was 1.000 EUR heute kauft (Zukunft) | Zielkapital inflationsbereinigt (+) |
|---|---|---|---|
| 10 Jahre | 18,3% | 817 EUR Kaufkraft | +22% |
| 20 Jahre | 32,8% | 673 EUR Kaufkraft | +49% |
| 30 Jahre | 45,0% | 552 EUR Kaufkraft | +81% |
| 40 Jahre | 55,1% | 453 EUR Kaufkraft | +121% |
Basierend auf Bundesbank-Inflationsziel 2% p.a. (ECB-Ziel). Tatsächliche Inflation variiert. Quelle: Deutsche Bundesbank, Inflationsbericht 2025.
Wer heute bei 37 Jahren plant, mit 67 in Rente zu gehen und 3.000 EUR/Monat (heutige Kaufkraft) benötigt, muss nominal für ca. 5.400 EUR/Monat planen (3.000 EUR × Inflationsfaktor für 30 Jahre bei 2% p.a. ≈ 1,81). Das Zielkapital erhöht sich entsprechend.
Alternativer Ansatz: In realen (inflationsbereinigten) Größen planen und die Anlagerendite als Realrendite (ca. 5% p.a. = 7% nominal − 2% Inflation) verwenden. Beide Methoden führen zum gleichen Ergebnis bei konsistenter Anwendung.
Laut Statistischem Bundesamt (Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023) geben Rentner-Haushalte im Durchschnitt 2.430 EUR/Monat aus. Die Ausgabenstruktur unterscheidet sich deutlich von der Erwerbsphase.
| Ausgabenkategorie | Anteil (Rentner-Haushalt) | Ø Betrag/Monat | Trend im Alter |
|---|---|---|---|
| Wohnen (Miete/Nebenkosten) | 31% | 752 EUR | Stabil / leicht steigend |
| Lebensmittel & Getränke | 17% | 413 EUR | Stabil |
| Gesundheit & Pflege | 12% | 292 EUR | Stark steigend |
| Verkehr & Mobilität | 10% | 243 EUR | Sinkend nach 75 |
| Freizeit, Kultur, Hobby | 9% | 219 EUR | Hoch 65–75, dann sinkend |
| Kleidung & Schuhe | 5% | 122 EUR | Deutlich sinkend |
| Kommunikation & Medien | 4% | 97 EUR | Stabil |
| Sonstiges (Versicherungen, etc.) | 12% | 292 EUR | Variabel |
Quelle: Statistisches Bundesamt, Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2023. Durchschnittswerte aller Rentner-Haushalte. Eigentümer ohne Mietkosten: deutlich niedrigere Gesamtausgaben.
10.000–30.000 EUR
Ungeplante Gesundheitsausgaben: Hörgeräte, Zahnersatz, Hilfsmittel. Nicht von GKV vollständig gedeckt.
50.000–200.000 EUR
Pflegekosten: 2.500–4.000 EUR/Monat Eigenanteil im Heim. Private Pflegezusatzversicherung oder Rücklage.
3–6 Monatsausgaben
Notfallrücklage auf Tagesgeld für unerwartete Ausgaben — auch im Ruhestand unverzichtbar.
Wer nominale Zielbeträge ohne Inflationsanpassung plant, unterschätzt den realen Kapitalbedarf erheblich. Bei 30 Jahren und 2% Inflation fehlen im Zielkapital fast 80%.
Die gesetzliche Rente deckt ~48% des letzten Bruttogehalts. Wer keinen zusätzlichen Aufbau betreibt, riskiert erhebliche Einkommenseinbußen im Ruhestand.
Wer mit 45 statt 25 beginnt: braucht für gleiches Zielkapital bei 7% p.a. etwa 3,5× die monatliche Sparrate. Jedes Jahr Verzögerung erhöht die Belastung überproportional.
Pflegestufe 3 im Heim kostet im Schnitt 2.800 EUR/Monat Eigenanteil (nach Pflegeversicherung). Wer keine separate Rücklage hat, gefährdet das gesamte Rentenkapital.
Manche kalkulieren mit 10% p.a. statt realistischen 7% für einen global diversifizierten ETF. 3 Prozentpunkte Unterschied halbieren bei 30 Jahren das Endkapital fast.
Familien mit Kindern (ab 2008 geboren: 300 EUR/Kind/Jahr Zulage) und Pflichtversicherte lassen oft erhebliche staatliche Förderung liegen, weil Riester zu kompliziert erscheint.
Die gesetzliche Rente ersetzt nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst rund 48% des letzten Bruttogehalts (DRV Rentenversicherungsbericht 2024). Konkret: Bei 3.500 EUR Bruttogehalt/Monat und 45 Entgeltpunkten wären das 45 × 40,79 EUR = 1.836 EUR brutto/Monat. Nach Abzug von Kranken- (7,3%) und Pflegeversicherungsbeiträgen verbleiben ca. 1.440–1.550 EUR netto. Einkommensteuer im Rentenalter je nach Gesamteinkommen.
Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen Ihrem gewünschten Nettoeinkommen im Ruhestand und der zu erwartenden gesetzlichen Rente (netto) sowie weiteren Rentenquellen (bAV, Riester, Rürup). Formel: Rentenlücke = Ziel-Nettoeinkommen − Gesetzliche Nettorente − bAV-Nettoleistung − Riester/Rürup-Nettoleistung. Die Rentenlücke müssen Sie durch privates Kapital (ETF-Depot, Immobilienerträge) schließen.
Zielkapital-Formel nach der 3,5%-Regel (für Deutschland empfohlen): Monatliche Rentenlücke × 12 ÷ 0,035 = Zielkapital. Beispiel: Rentenlücke 1.200 EUR/Monat = 14.400 EUR/Jahr ÷ 0,035 = 411.429 EUR. Die 3,5%-Regel berücksichtigt Abgeltungsteuer und europäische Marktbedingungen. Für Planungshorizonte über 30 Jahre empfehlen Finanzplaner einen konservativen Puffer von 10–15% auf das Zielkapital.
Das 3-Schichten-Modell ist die steuerliche Systematik: Schicht 1 (Basisversorgung) umfasst gesetzliche Rente und Rürup-Rente mit 100% Sonderausgabenabzug und voller Rentensteuerpflicht ab 2040. Schicht 2 (Zusatzversorgung) enthält bAV und Riester mit staatlicher Förderung/Steuerfreiheit bei Beitragszahlung und Steuerpflicht bei Auszahlung. Schicht 3 (Privatvorsorge) sind ETF-Depot und Lebensversicherung ohne Einzahlungsförderung, aber nur Abgeltungsteuer auf Gewinne.
Faustregel: 10–15% des Bruttogehalts für Altersvorsorge (alle drei Schichten). Davon ist der gesetzliche Rentenbeitrag (9,3% AN-Anteil) bereits Teil. Für echten Vermögensaufbau sind 100–500 EUR/Monat in einen breiten Aktien-ETF-Sparplan sinnvoll — je nach Alter, Rentenlücke und Zielkapital. Früher starten ist entscheidend: Mit 25 vs. 35 Jahren brauchen Sie bei gleichen Zielen ca. 40% weniger monatlich zu sparen.
Laut Statistischem Bundesamt (EVS 2023) geben Rentner-Haushalte durchschnittlich ca. 2.430 EUR/Monat aus. Eigentümer ohne Miete kommen oft mit 1.700–2.100 EUR aus. Wichtig: Gesundheitsausgaben steigen im Alter deutlich (ca. 12% des Haushaltsbudgets im Schnitt). Empfehlung: 10.000–30.000 EUR Gesundheitsreserve zusätzlich zum Rentenkapital, plus separate Rücklage für Pflegekosten (potenzielle Eigenanteile 2.500–4.000 EUR/Monat im Pflegeheim).
Bei 2% Inflation p.a. verliert der Euro in 20 Jahren ca. 33% Kaufkraft, in 30 Jahren ca. 45%. Wer heute 3.000 EUR/Monat (heutige Kaufkraft) für die Rente in 30 Jahren plant, muss nominal 5.430 EUR/Monat anpeilen (3.000 × 1,81). Das Zielkapital erhöht sich entsprechend. Aktien-ETFs bieten langfristig historisch reale Renditen von ca. 5% p.a. (7% nominal − 2% Inflation) und damit wirksamen Inflationsschutz.
Für Familien mit Kindern (ab 2008 geboren: 300 EUR/Kind Zulage + 175 EUR Grundzulage) und niedrigere Einkommen kann Riester durch staatliche Zulagen attraktiv sein. Für Gut- und Besserverdiener ohne Kinder ist ein ETF-Depot in der Regel effizienter: maximale Flexibilität, kein Versicherungsmantel mit Kosten, Abgeltungsteuer 26,375% auf Gewinne (günstiger als volle Einkommensteuer auf Riester-Leistungen). Eine kombinierte Strategie — Riester für Förderung nutzen, Rest in ETF — ist für viele optimal.
Deutsche Rentenversicherung — Renteninformation
Kostenlose Renteninformation und Rentenauskunft der DRV
DRV — Rentenversicherungsbericht 2024
Aktueller Bericht zur Lage der gesetzlichen Rentenversicherung
Statistisches Bundesamt — EVS
Einkommens- und Verbrauchsstichprobe: Ausgaben deutscher Haushalte
BMF — Steuerliche Behandlung Altersvorsorge
Bundesfinanzministerium: Besteuerung von Renten und Altersvorsorge
BaFin — Altersvorsorge und Verbraucherschutz
BaFin: Unabhängige Informationen zur privaten Altersvorsorge
§ 154 SGB VI — Rentenniveau
Gesetzliche Grundlage für das Sicherungsniveau vor Steuern
Altersvorsorge Übersicht
Alle Altersvorsorge-Themen im Überblick
Betriebliche Altersvorsorge (bAV)
Entgeltumwandlung, Rürup-Rente und 5 Durchführungswege
Frühverrentung in Deutschland
Abzüge, Voraussetzungen und FIRE als Alternative
Finanzielle Unabhängigkeit & FIRE
4%/3,5%-Regel und FIRE-Strategien für Deutschland
Nettovermögen berechnen
Vermögensbilanz und Benchmarks für Deutschland
ETF-Investieren
Depot aufbauen für die Altersvorsorge mit UCITS-ETFs