Stagflation: ein Wort ohne Definition, in Zahlen gefasst
Stagflation hat keine amtliche Definition. Es gibt keine Behörde, die sie feststellt, keinen Schwellenwert in einem Regelwerk und keine Instanz, die einen Zeitraum zur Stagflation erklärt. Wer sie messen will, muss zwei Schwellen selbst setzen — und die Wahl dieser Schwellen entscheidet vollständig über das Ergebnis. Diese Seite legt sie offen, zählt aus und zeigt dann, wie das Ergebnis kippt, wenn man sie verschiebt: zwischen 48 und 281 Monaten, auf derselben Reihe.
Zwei Reihen, vier Schwellenpaare, keine Bewertung
Was gerechnet wurde. Aus dem amerikanischen Verbraucherpreisindex wurden 942 Jahresraten von Januar 1948 bis Juli 2026 gebildet und Monat für Monat mit der Arbeitslosenquote desselben Monats gepaart. Gezählt wurden die Monate, in denen beide Größen zugleich über einer gesetzten Schwelle liegen — für vier verschiedene Schwellenpaare, damit sichtbar wird, wie stark das Ergebnis davon abhängt. Beide Reihen wurden am 13. August 2026 abgerufen.
Was nicht enthalten ist. Keine Erklärung der Ursachen, keine Aussage über Ölpreise, Lohnabschlüsse oder Geldpolitik als Auslöser, kein Modell und keine Bewertung, ob ein Zeitraum «schlimm» war. Auch keine Rendite irgendeiner Anlageklasse in diesen Monaten: Die langlaufenden Kurs- und Indexreihen, die dafür nötig wären, sind lizenzrechtlich nicht frei wiedergebbar.
Was diese Seite nicht ist. Keine Anlageberatung, keine Empfehlung und keine Vorhersage. Vextor Capital hält keine Positionen in Rohstoffen, Anleihen oder Aktien und erhält kein Entgelt von Datenanbietern.
Warum das Wort zuerst ein Definitionsproblem ist
Bei einer Rezession gibt es für die Vereinigten Staaten eine zuständige Stelle mit einer datierten Chronologie. Bei der Stagflation gibt es das nicht. Sie ist ein beschreibender Ausdruck, keine Kategorie eines Statistikamts. Das hat eine unmittelbare Folge: Jede Aussage der Form «wir befinden uns in einer Stagflation» ist eine Aussage über eine selbstgewählte Schwelle, und wer die Schwelle nicht nennt, hat die Aussage nicht überprüfbar gemacht.
Hinzu kommt ein zweites Problem: Der Ausdruck verbindet Stagnation — also schwache Wirtschaftsleistung — mit Inflation. Die Wirtschaftsleistung wird quartalsweise gemessen, der Preisanstieg monatlich, die Arbeitslosigkeit ebenfalls monatlich. Wer alle drei zugleich messen will, muss sie auf eine gemeinsame Frequenz bringen und dabei erneut etwas entscheiden. Diese Seite verwendet deshalb die beiden monatlichen Größen für die Auszählung und stellt die Quartalsdaten getrennt daneben, statt sie zu vermischen.
Vier Schwellenpaare, vier Antworten
Grundlage sind dieselben 942 Monatspaare. Verändert wird nur, wo die beiden Grenzen liegen.
| Jahresrate der Preise | Arbeitslosenquote | Monate | Anteil an 942 |
|---|---|---|---|
| über 3 % | über 5 % | 281 | 29,8 % |
| über 4 % | über 5 % | 186 | 19,7 % |
| über 5 % | über 6 % | 83 | 8,8 % |
| über 6 % | über 7 % | 48 | 5,1 % |
Der Abstand zwischen der lockersten und der strengsten Festlegung beträgt den Faktor 5,9. Wer sagt, Stagflation sei «selten», hat mit der dritten oder vierten Zeile recht; wer sagt, sie sei «über weite Strecken der Nachkriegszeit vorgekommen», hat mit der ersten recht. Beide zitieren dieselben Daten. Für alles Weitere auf dieser Seite gilt die dritte Zeile — Preise über 5 Prozent, Arbeitslosigkeit über 6 Prozent —, und sie gilt, weil sie hier gewählt wurde, nicht weil sie richtiger wäre.
Wo die 83 Monate liegen
Die Verteilung ist das eigentlich Bemerkenswerte. Die 83 Monate liegen nicht gleichmäßig verstreut, sondern fast vollständig in zwei aufeinanderfolgenden Jahrzehnten:
| Zeitraum | Monate | Einzelheit |
|---|---|---|
| 1948 – 1959 | 0 | kein Monat erfüllt beide Bedingungen |
| 1960 – 1969 | 0 | kein Monat erfüllt beide Bedingungen |
| 1970 – 1979 | 44 | der erste ist der Dezember 1970 mit 5,6 % und 6,1 % |
| 1980 – 1989 | 33 | enthält den Höchstwert der Arbeitslosenquote vor 2020: 10,8 % im November und Dezember 1982 |
| 1990 – 1999 | 5 | Januar, Februar und Mai 1991 sowie zwei weitere Monate |
| 2000 – 2009 | 1 | der August 2008 mit 5,3 % und 6,1 % — der letzte Monat der ganzen Reihe |
| 2010 – 2019 | 0 | kein Monat erfüllt beide Bedingungen |
| 2020 – Juli 2026 | 0 | kein Monat erfüllt beide Bedingungen |
Zwei Beobachtungen ergeben sich unmittelbar. Erstens beginnt die Reihe im Januar 1948, und in den ersten dreiundzwanzig Jahren gibt es keinen einzigen Monat, der beide Bedingungen erfüllt: Der erste ist der Dezember 1970. Zweitens ist der letzte der August 2008 — seit nunmehr fast achtzehn Jahren erfüllt kein Monat mehr beide Bedingungen. Auch die Preisspitze der Jahre 2021 bis 2023 fällt nicht darunter, und zwar aus einem Grund, der in den Daten offen zutage liegt: Der Preisanstieg war hoch, die Arbeitslosenquote blieb aber unter der zweiten Schwelle. Genau diese Doppelbedingung ist der Inhalt des Wortes.
Der Höhepunkt beider Größen zusammen liegt im Mai 1980: 14,4 Prozent Preisanstieg bei 7,5 Prozent Arbeitslosigkeit. Addiert man die beiden — eine grobe, aber verbreitete Kennzahl, der Elendsindex —, ergibt das 21,9, den höchsten Wert der ganzen Reihe. Der niedrigste liegt bei 3,0 im Juli 1953. Im Juli 2026 beträgt derselbe Wert 7,6.
Und die Wirtschaftsleistung?
Die Silbe «Stag-» verweist auf Stagnation, also darauf, dass die Wirtschaft nicht wächst. Prüft man das an den auf das Jahr hochgerechneten Quartalsraten des realen Bruttoinlandsprodukts, ergibt sich ein Bild, das dem Wort nur teilweise entspricht: Es gab sehr schwache Quartale, aber sie standen neben sehr starken.
| Quartal | Reale Veränderung, auf das Jahr hochgerechnet |
|---|---|
| 1974-Q1 | −3,4 % |
| 1974-Q3 | −3,7 % |
| 1974-Q4 | −1,5 % |
| 1975-Q1 | −4,8 % |
| 1975-Q3 | +7,0 % |
| 1980-Q2 | −8,0 % |
| 1980-Q4 | +7,7 % |
| 1982-Q1 | −6,1 % |
Zwischen dem ersten Quartal 1975 mit −4,8 Prozent und dem dritten desselben Jahres mit +7,0 Prozent liegen sechs Monate. Zwischen dem zweiten Quartal 1980 mit −8,0 Prozent und dem vierten mit +7,7 Prozent ebenfalls. «Stagnation» beschreibt das nur ungenau: Passender wäre eine sehr hohe Schwankung bei gleichzeitig hohem Preisanstieg. Wer das Jahrzehnt als eine gleichmäßig flache Phase erinnert, erinnert etwas, das in den Quartalsdaten nicht steht.
Dreiundzwanzig Jahre ohne einen einzigen Treffer
Der erste Monat, der beide Bedingungen erfüllt, ist der Dezember 1970. Davor liegen 275 Monate ab Januar 1948, in denen es keinen einzigen gibt — fast dreiundzwanzig Jahre. Diese lange Leerstrecke am Anfang wird selten mitgeteilt, obwohl sie die Hälfte der Aussage ist: Stagflation ist in der amerikanischen Nachkriegsstatistik kein wiederkehrender Zustand, sondern eine Erscheinung, die in einem bestimmten Zeitraum auftrat und danach wieder verschwand.
Die zweite Leerstrecke ist noch länger im Verhältnis zum bisherigen Verlauf: Seit dem August 2008 erfüllt kein Monat mehr beide Bedingungen, das sind bis Juli 2026 weitere 215 Monate. Zusammen decken die beiden Leerstrecken 490 der 942 Monate ab, also mehr als die Hälfte der Reihe. Die 83 Treffer verteilen sich damit auf einen mittleren Abschnitt von rund achtunddreißig Jahren, und selbst innerhalb dieses Abschnitts sind sie ungleich verteilt.
Warum 2021 bis 2023 nicht darunterfällt
Die Preisspitze der Jahre 2021 bis 2023 wurde in vielen Beiträgen als Rückkehr der Stagflation beschrieben. Gegen die hier gesetzten Schwellen geprüft, trifft das nicht zu, und der Grund steht in einer einzigen Zahl. Der höchste Wert der amerikanischen Jahresrate in diesem Zeitraum liegt bei 8,98 Prozent im Juni 2022 — die erste Bedingung ist also mit Abstand erfüllt. Die Arbeitslosenquote desselben Monats beträgt jedoch 3,6 Prozent, und ihr Tiefstwert im Zeitraum liegt bei 3,4 Prozent im April 2023. Die zweite Bedingung wird in keinem einzigen Monat erreicht, und zwar nicht knapp: Es fehlen mehr als zwei Prozentpunkte.
Dasselbe Bild ergibt sich für Deutschland aus den europäischen Arbeitsmarktdaten. Im Oktober 2022 — dem Monat mit der höchsten deutschen Jahresrate der ganzen Reihe, 8,82 Prozent nach dem nationalen Index — betrug die deutsche Arbeitslosenquote nach der europäischen Erhebung 3,1 Prozent. Sie lag damit näher an ihrem Tiefstwert von 2,9 Prozent im April 2019 als an irgendeiner Schwelle, ab der man von einem schwachen Arbeitsmarkt sprechen würde. Im Juni 2026 lag sie bei 3,9 Prozent; ihr Höchstwert in der 426 Monate langen Reihe beträgt 11,2 Prozent im April 2005.
Der Vergleich zeigt, was das Wort eigentlich bezeichnet, und warum es nicht bloß «hohe Inflation» heißt. Ein hoher Preisanstieg allein ist kein seltener Zustand: In der amerikanischen Reihe gibt es 198 Monate mit einer Jahresrate über 5 Prozent. Selten ist das Zusammentreffen mit einem schwachen Arbeitsmarkt — und genau dieses Zusammentreffen fehlt in den Jahren 2021 bis 2023 vollständig. Wer den Zeitraum trotzdem so nennt, benutzt das Wort für etwas anderes, als es misst.
Was diese Quellen nicht sagen
- Keine amtliche Definition, keine Datierung. Anders als bei Rezessionen gibt es keine Stelle, die Zeiträume der Stagflation feststellt. Alle Zahlen dieser Seite hängen an zwei selbst gesetzten Schwellen, und die Sensitivitätstabelle zeigt, wie stark.
- Keine Ursachen. Weder Energiepreise noch Lohnentwicklung noch Geldpolitik werden hier als Auslöser benannt. Die geöffneten Reihen enthalten Messwerte, keine Wirkungsketten.
- Diese Reihen werden revidiert. Die Arbeitslosenquote wird durch neue Saisonfaktoren und Bevölkerungsfortschreibungen verändert, das Bruttoinlandsprodukt durch die laufenden und die umfassenden Überarbeitungen der Gesamtrechnungen. Die Werte für die Siebziger sind der heutige Datenstand, nicht das, was damals veröffentlicht wurde.
- Keine Übertragung auf Deutschland. Die deutsche Preisreihe beginnt hier im Januar 1991, und die deutsche Arbeitslosenquote hat zwei nebeneinander bestehende Definitionen. Eine entsprechende Auszählung ab 1948 ist mit den geöffneten Quellen nicht möglich und wird deshalb nicht behauptet.
- Keine Renditen. Was Aktien, Anleihen oder Gold in diesen 83 Monaten getan haben, steht nicht auf dieser Seite. Die langen Indexreihen, die dafür nötig wären, unterliegen Nutzungsbeschränkungen der Indexanbieter.
- Keine Prognose. Kein künftiger Preisanstieg, keine künftige Arbeitslosigkeit, kein Urteil darüber, ob ein solcher Zustand wiederkehrt.
Wie Sie das selbst nachprüfen
- Laden Sie
CPIAUCSLundUNRATEbei der Federal Reserve Bank of St. Louis. - Bilden Sie aus dem Preisindex die Jahresrate. Es müssen 942 Werte entstehen, der erste für Januar 1948, der letzte für Juli 2026.
- Paaren Sie jeden Monat mit der Arbeitslosenquote desselben Monats und zählen Sie die Monate, in denen die Rate über 5 und die Quote über 6 liegt. Es müssen 83 sein.
- Ordnen Sie diese 83 Monate nach Jahrzehnten. Sie müssen auf 44 in den Siebzigern, 33 in den Achtzigern, 5 in den Neunzigern und einen in den Zweitausendern kommen.
- Wiederholen Sie den Zählschritt mit 3 und 5, mit 4 und 5 sowie mit 6 und 7 Prozent. Sie müssen 281, 186 und 48 erhalten.
- Bilden Sie die Summe aus beiden Größen für jeden Monat und suchen Sie den größten Wert. Es muss der Mai 1980 mit 21,9 sein.
Wohin es von hier weitergeht
- Inflation und Deflation — welcher Preisindex welche Zahl liefert, über 360 gemeinsame Monate.
- Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit — die zweite Größe dieser Auszählung, mit ihren zwei deutschen Definitionen.
- Wirtschaftszyklen — wie lang Auf- und Abschwünge in 34 amerikanischen Zyklen dauerten.
- Alle Leitfäden zur Makroökonomie — der Bereichsindex, einen Klick von hier.
Für diese Seite geöffnete Quellen
Alle Reihen wurden am 13. August 2026 abgerufen und an diesem Tag ausgezählt. Zuletzt überprüft am 13. August 2026.
- Federal Reserve Bank of St. Louis — Reihe CPIAUCSLBenutzt für: der amerikanische Verbraucherpreisindex für städtische Verbraucher, saisonbereinigt, 954 Monatswerte ab Januar 1947, aus denen 942 Jahresraten gebildet wurden. Die zugrunde liegenden Zahlen erhebt das Bureau of Labor Statistics.
- Federal Reserve Bank of St. Louis — Reihe UNRATEBenutzt für: die amerikanische Arbeitslosenquote, saisonbereinigt, 942 Monatswerte von Januar 1948 bis Juli 2026, mit dem Höchstwert 14,8 Prozent im April 2020 und dem höchsten Wert davor, 10,8 Prozent im November und Dezember 1982.
- Federal Reserve Bank of St. Louis — Reihe A191RL1Q225SBEABenutzt für: die auf das Jahr hochgerechnete Quartalsveränderung des realen Bruttoinlandsprodukts der Vereinigten Staaten, aus den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen des Bureau of Economic Analysis, für die einzelnen Quartale der Siebziger- und frühen Achtzigerjahre.
- Deutsche Bundesbank, Zeitreihen-Datenbank — Verbraucherpreisindex für DeutschlandBenutzt für: die deutsche Preisreihe, deren Beginn im Januar 1991 der Grund dafür ist, dass diese Auszählung für Deutschland nicht wiederholt wird.
Änderungsverzeichnis
- 13. August 2026 — Seite vollständig neu geschrieben. Entfernt und nicht ersetzt: die Darstellung der Stagflation als feststehende Kategorie ohne Angabe einer Schwelle; Behauptungen über die Wertentwicklung einzelner Anlageklassen in den Siebzigerjahren ohne Quelle; eine Beschreibung des Jahrzehnts als durchgehend schwach, die den Quartalsdaten widerspricht; und die Nennung einer Organisation als Autor. An ihre Stelle traten die Auszählung über 942 Monate mit vier offengelegten Schwellenpaaren, die Verteilung über acht Zeiträume, der Höchstwert im Mai 1980 und die einzelnen Quartalsraten, die zeigen, wie stark der Zeitraum schwankte.
Häufige Fragen
Was ist Stagflation?▼
Ein Zustand, in dem der Preisanstieg hoch ist und die Wirtschaft zugleich schwach — also das, was nach der einfachsten Lehrbuchvorstellung nicht gleichzeitig auftreten sollte. Der Begriff hat keine amtliche Definition und keine festgelegte Schwelle. Wer ihn messen will, muss selbst festlegen, ab welchem Preisanstieg und ab welcher Arbeitslosigkeit er gelten soll, und genau diese Festlegung entscheidet über jede Zahl, die anschließend genannt wird.
Wie oft gab es Stagflation in den Vereinigten Staaten?▼
Bei der hier gewählten Festlegung — Jahresrate der Verbraucherpreise über 5 Prozent und Arbeitslosenquote über 6 Prozent im selben Monat — sind es 83 von 942 Monaten zwischen Januar 1948 und Juli 2026, also 8,8 Prozent aller Monate. Davon fallen 44 in die Siebzigerjahre, 33 in die Achtziger, 5 in die Neunziger und genau einer in die Zweitausender. In den Jahrzehnten ab 2010 gibt es keinen einzigen Monat, der beide Bedingungen erfüllt.
Wie stark ändert sich das Ergebnis mit anderen Schwellen?▼
Sehr stark, und das ist der wichtigste Vorbehalt dieser Seite. Mit 4 und 5 Prozent statt 5 und 6 sind es 186 Monate, mehr als doppelt so viele. Mit 3 und 5 Prozent sind es 281 Monate, fast dreißig Prozent aller Monate seit 1948. Mit 6 und 7 Prozent sind es 48. Dieselbe Reihe, dieselbe Frage, vier Antworten zwischen 48 und 281, und keine der vier Schwellen lässt sich aus den Daten selbst begründen.
Wann war es am schlimmsten?▼
Im Mai 1980. In diesem Monat lag die Jahresrate der Verbraucherpreise bei 14,4 Prozent und die Arbeitslosenquote bei 7,5 Prozent; die Summe aus beiden, gelegentlich Elendsindex genannt, erreicht 21,9 und ist damit der höchste Wert der gesamten Reihe seit 1948. Der tiefste Wert derselben Summe liegt bei 3,0 im Juli 1953. Im Juli 2026 betrug sie 7,6.
War die Wirtschaftsleistung in den Siebzigern tatsächlich schwach?▼
In einzelnen Quartalen ja, und zwar deutlich. Nach den auf das Jahr hochgerechneten Quartalsraten des realen Bruttoinlandsprodukts betrug die Veränderung im ersten Quartal 1974 −3,4 Prozent, im dritten −3,7, im vierten −1,5 und im ersten Quartal 1975 −4,8 Prozent. Im zweiten Quartal 1980 waren es −8,0 Prozent und im ersten Quartal 1982 −6,1. Zugleich gab es dazwischen sehr starke Quartale, etwa +7,0 Prozent im dritten Quartal 1975. Der Zeitraum war nicht durchgehend schwach, sondern ausgesprochen schwankend.
Gilt diese Auszählung auch für Deutschland?▼
Nein, und diese Seite überträgt sie nicht. Für die Vereinigten Staaten liegen Verbraucherpreise und Arbeitslosenquote als lange, durchgehend definierte Monatsreihen vor. Für Deutschland beginnt die hier verwendete Preisreihe im Januar 1991, und die Arbeitslosenquote hat zwei nebeneinander bestehende amtliche Definitionen mit unterschiedlichen Werten. Eine Auszählung über die Siebzigerjahre für Deutschland würde eine Reihe voraussetzen, die diese Seite nicht geöffnet hat.
Ist der Elendsindex ein sinnvolles Maß?▼
Er ist einfach und deshalb verbreitet, aber er addiert zwei Größen mit verschiedenen Einheiten und behandelt einen Prozentpunkt Preisanstieg als gleichwertig mit einem Prozentpunkt Arbeitslosigkeit. Diese Gleichsetzung ist eine Annahme, keine Messung. Auf dieser Seite wird er nur als Kennzahl geführt, um den Höchst- und den Tiefstwert der Reihe zu benennen; er wird nicht als Bewertung verwendet.
Sagt diese Seite, ob Stagflation wiederkommt?▼
Nein. Sie enthält keine Prognose zu Preisen, Beschäftigung oder Wirtschaftsleistung und keine Anlageempfehlung. Was sie zeigt, ist eine Auszählung von 942 vergangenen Monaten mit ausdrücklich genannten Schwellen — und der Hinweis, dass eine Auszählung der Vergangenheit keine Verteilung der Zukunft ist.
Vextor Capital ist kein Anlage- und kein Steuerberater, hält keine Positionen in den hier genannten Märkten und erhält kein Entgelt von Datenanbietern. Diese Seite enthält keine Produktempfehlung.